Chronik

An der Geschichte des Hauses lassen sich sowohl Erkenntnisse über den Wandel der Heimerziehung („Vom Waisenhaus zum Verbund differenzierter sozialpädagogischer  Hilfen“) als auch ein Stück Ordensgeschichte nachvollziehen.

I. Die Vorgeschichte: Schwesternhaus und Waisenhaus in Konfeld

Ein Kinderheim gibt es in Weiskirchen seit dem Jahr 1964. Die Wurzeln dieser Einrichtung gehen jedoch zurück auf das Jahr 1927 und liegen im heutigen Ortsteil Konfeld.

1927 kommen die Binger Kreuzschwestern nach Konfeld. Sie übernehmen dort die ambulante Krankenpflege für die umliegenden Ortschaften, gründen eine Nähschule für junge Mädchen und errichten einen Dorfkindergarten in Konfeld. Dieser zählt zu den ersten Einrichtungen dieser Art im Kreis Merzig - Wadern.

1939, mit Beginn des 2. Weltkrieges, erklären sich die Schwestern bereit, erste Kriegswaisen aufzunehmen.

1940 wird das Schwesternhaus in Konfeld zum Kinderheim für den Kreis Wadern bestimmt. Zusätzlich übernimmt das Haus die Funktion eines Erholungsheimes für Bergmannskinder.

1954 sind über 50 Kinder im Schwesternheim untergebracht. Es wird zunehmend deutlich, dass das Haus moderneren Anforderungen nicht mehr gewachsen ist. Eine Ausdehnungsmöglichkeit ist in Konfeld nicht gegeben.

1959 stellt die Kirchengemeinde Weiskirchen unentgeltlich Bauland zur Verfügung; im gleichen Jahr erfolgt der Spatenstich für einen Neubau. Zunächst fungiert die Kirchengemeinde als  Bauherrin - so lange, bis alle Zuschüsse verbaut sind. Dann wird das Gelände nebst Rohbau auf die Schwestern übertragen. Mit Eigenmitteln des Ordens und dank  der zusätzlichen Aufnahme von Darlehen wird der Neubau vollendet.

II. Das Kinderheim in den 60er Jahren

1964, nach fünfjähriger Bauzeit, wird am 29.06. das „Kinderheim St. Maria“ vom damaligen Weihbischof und späteren Bischof von Trier, Dr. Bernhard Stein, feierlich eingeweiht. Kinder und Schwestern ziehen von Konfeld nach Weiskirchen um. Im Neubau wird das Prinzip der familienähnlich strukturierten Gruppe verwirklicht. Damit nimmt man Abschied von der traditionellen Anstaltserziehung.

Das Kinderheim besteht zum damaligen Zeitpunkt aus:

  • 4 Wohngruppen mit je 12-15 Kindern im Alter von 3 bis 14 Jahren,
  • einer Säuglingsstation mit 8 Kleinstkindern,
  • einer Krabbelstation mit 12 Kleinkindern.

Insgesamt werden 70 Kinder von 8 Schwestern und 10 Mitarbeiterinnen betreut. Die personelle Besetzung in den Gruppen: eine Schwester und eine Hilfskraft.

Bis 2011 bleiben die Kreuzschwestern am Standort, prägen ganze Kinder- und Mitarbeitergenerationen und führen die Kinder- und Jugendhilfe mit Gottes Unterstützung in das 21. Jahrhundert.

Ein interessanter Vergleich dieser Entwicklung bis ins Jahr 2015 ermöglicht diese Übersicht:

1964                                      2015

1 Standort

1 Angebot (Vollstat. Heimgruppen)

11 Standorte

16 Angebote

70 Kinder 700 Betreute (Ki/Jug./Fam./Menschen mit Beh.)
8 Schwestern 0 Schwestern
10 Mitarbeiterinnen 200 MitarbeiterInnen

 

 

 

 

 

 

III. Die 70er-Jahre: Der Wandel vom Säuglings- und Kinderheim zum Kinder- und Jugendheim

Bis 1984, und damit 20 Jahre lang, bleibt es bei dem einen pädagogischen Angebot, den stationären Wohngruppen. Dennoch vollzieht sich im Inneren ein bemerkenswerter Wandel. Für diesen Wandel sind folgende Veränderungen kennzeichnend.

  1. Aufnahmealter und Entlassungsalter verschieben sich kontinuierlich nach oben. Jugendliche verbleiben bis zum Berufsalter in der Einrichtung.
  2. Reduzierung der Gruppengröße von 15 auf 12, danach auf 10, schließlich auf 9.
  3. Erhöhung der Anzahl der Mitarbeiter von 3 pro Gruppe auf 4, heute 4,5.
  4. Veränderung der Qualifikation der Mitarbeiter: Hilfskräfte / Kinderpflegerinnen werden ersetzt durch ErzieherInnen, Sozialpädagogen, Heilpädagogen.                                                                                                        

1974 wird der erste männliche Erzieher eingestellt (gruppenübergreifender Freizeitpädagoge) und die 10jährige Phase der „männerlosen“ Erziehung beendet (Es dauert weitere 10 Jahre, bis 1984 die erste Einstellung eines Erziehers Gruppendienst erfolgt).                                                                        

Heute: Rund arbeiten bei St. Maria rund 50 Männer; dabei wird insbesondere in den stationären Wohngruppen eine Parität zwischen männl. und weibl. Fachkräften angestrebt.

Inhaltlich kam es in dieser Zeit zu einer freizeitpädagogischen Spezialisierung des Hauses. Hierzu wurde  ein eigener Freizeitpädagoge eingestellt, der mit den übergreifenden Angeboten Fußball, Volleyball, Gymnastik, Schwimmen, Gitarrenkurse, Kinderchor, gemeinsame Sommer- oder Winterfreizeiten den Kindern und Jugendlichen viel Abwechslung und wichtige Erfahrungen ermöglichte.

Es kam aber auch zur Schließung der Säuglings- und Krabbelstation. Die Reduktion auf 4 vollstationäre Wohngruppen mit einheitlicher Struktur stellte die wohl wesentlichste Veränderung in dieser Zeit dar.

IV. Die 80er und 90er Jahre: Die Phase der Differenzierung und Dezentralisierung

Im Zuge der Differenzierung wird das über viele Jahre einheitliche, rein stationäre Hilfsangebot um teilstationäre und ambulante Angebote erweitert. Im Zuge der Dezentralisierung werden Gruppen aus dem Stammhaus nach draußen verlagert.

Metamorphose der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria

 1

1984: Öffnung für teilstationäre Maßnahmen: Die erste Tagesgruppe des Landkreises Merzig-Wadern wird am Standort in Weiskirchen eröffnet.

1985 folgt die Eröffnung der zweiten Tagesgruppe auf Grund der positiven Erfahrungen des ersten Jahres und des verstärkten Bedarfs.

2

1987:   Die Auslagerung einer ersten stationären Gruppe „nach außen“: Die Außenwohngruppe Jonathan bleibt bis 1992 in Losheim, seitdem leben die Jugendlichen in einer St-Maria-eigenen Immobilie in Nunkirchen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die gezielte Vorbereitung von Jugendlichen auf ein selbständiges Leben eher in einer autonomen Gruppe, als in der bisherigen Familiengruppe mit breiter Altersstreuung und weitgehender Zentralversorgung zu verwirklichen ist.

3

Mit dem Betreutem Wohnen (nachgehende Betreuung von Jugendlichen in deren eigener Wohnung) als eigenständige Maßnahme gelingt 1988 der Einstieg in den ambulanten Bereich.

4

1990, dem Jahr der Wiedervereinigung Deutschlands, gab es auch bei St. Maria eine neue inhaltliche Schwerpunktsetzung: die Projektarbeit. Neben den bisherigen Tätigkeitsfeldern Sport und Musik werden neue Projekte ins Leben gerufen: Zirkus, Pferde, Kanu, Raumgestaltung und erlebnispädagogische Freizeiten.

5

Begleitend kam es im Jahr 1990 ff auch zu einer verstärkten Ausrichtung auf die Familienarbeit: Mehrere Mitarbeiter erwerben eine familientherapeutische Zusatzausbildung, wodurch die Beratung der Eltern und Helfersysteme auf eine fachlich fundierte Basis gestellt werden.

6

Im gleichen Jahr wird ein Tagesinternat für deutschstämmige Aussiedlerkinder aus Polen und der ehemaligen UdSSR eröffnet. Intention ist die Förderung und Eingliederung von deutschstämmigen Schülern mit einer „fremden Muttersprache“.  Die Maßnahme endet 1993 nach Wegfall der Fördermittel, sie wird auch im Zuge der Flüchtlingsbewegungen vor allem nach der Jahrtausendwende nicht wieder aufgenommen.

7

1991 findet die Auslagerung einer zweiten stationären Gruppe „nach außen“ statt: Die AWG Cats bleibt zunächst für 2 Jahre in Vogelsbüsch, zieht 1993 in eine eigene Immobilie nachWadern.

8

1991 wird bei St. Maria die erste Kinderkrippe im Landkreis Merzig-Wadern eröffnet. Mit Schaffung dieses zeitgemäßen (und heute so selbstverständlichen) Angebots wird das angestammte Feld der Heimerziehung verlassen und für die gesamte Hochwaldregion eine neue familienunterstützende Maßnahme angeboten. 1994 wird die reine Kinderkrippe (10 Plätze, Aufnahmealter 6 Monate bis 3 Jahre in eine altersgemischte Gruppe umgewandelt (18 Plätze Aufnahmealter 1,5 Jahre bis 6 Jahre).

 

organisatorische Neuerung:

Im September 1992 kommt es zu einem bedeutenden Wechsel in der Einrichtungsleitung. Nachdem seit Bestehen des Kinderheimes die Leitung der Einrichtung stets in den Händen einer Ordensschwester lag, wird an Herrn Franz Josef Saar die Einrichtungsleitung erstmals einem Laien übertragen; er wird sie bis ins Jahr 2011 behalten.

9

1994 wird eine Tagesgruppe nach Rappweiler ausgelagert.

10

1994 eröffnete St. Maria eine weitere Tagesgruppe in Weiskirchen (Kleingruppe mit 4 Plätzen, seit 1999 mit 5 Plätzen). Zwischenzeitlich gab es zeitlich befristet verschiedene Angebote, die beendet wurden, nachdem die Befristung ablief bzw. kein Folgebedarf vorhanden war: So bleibt es bis heute der große Anspruch von St. Maria, die pädagogischen Angebote mit den Jugendämtern abzustimmen und offen für neue Ideen und Lösungen zu bleiben. So stieg man Mitte der 90er Jahre in Intensivmaßnahmen für ein bzw. zwei Jugendliche, die heilpädagogische Betreuung von zwei Kindern in der Familie eines Erziehers („Pflegenest“) und die Mutter-Kind-Betreuung ein.

wie ging es weiter?

Seit 1997 wurde  der gesamte ambulante Bereiches durch die Übernahme von Erziehungsbeistandschaften (Hilfe für Minderjährige innerhalb des Elternhauses) erweitert. Im Februar 1998 kam es zur Umwandlung der stationären Außenwohngruppe in Wadern in eine  5-Tage-Wohngruppe (Zwischenstufe zwischen Tagesgruppe und vollstationären Wohngruppe: stationäre Betreuung von Sonntagabend  is Freitag)

V.   der Trägerwechsel:

Aus der Selbständigkeit in die St. Hildegardishaus gGmbH 

Zum 1. Januar 2000 wird die St. Hildegardishaus gGmbH mit Sitz in Düngenheim gegründet. Die Kreuzschwestern schaffen die Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit ihrer Einrichtungen St. Martin in der Eifel, St. Hildegard in Bingen und St. Maria in Weiskirchen, indem sie diese von der Ordensgemeinschaft trennen und in die Rechtsform einer gGmbH mit Geschäftsführung, Gesellschafterversammlung und Vorstand überleiten. In Weiskirchen geht 2002 auch die ehemals selbständige Lebenshilfe Weierweiler mit dem damaligen Sonderkindergarten und der Tagesförderstätte für Menschen mit Behinderung als Hilfezentrum Weierweiler in der neuen gGmbH auf.

VI.   Die Nullerjahre: Neue Trägerstruktur, Behindertenhilfe, schulische Angebote, Sozialraumorientierung

Zeitstrahl:

2000

Einstieg in den Bereich SPFH (Sozialpädagogische Familienhilfe) sowie die ambulanten, längerfristige Hilfen für Familien in Problemsituationen

Neue Maßnahme: Soziale Gruppenarbeit. In einer Kleingruppe von bis zu 5 Kindern soll durch systematische Gruppenarbeit ein verbessertes Sozialverhalten gefördert werden. Daneben gibt es Raum und Zeit für Hausaufgabenhilfe und Elternarbeit.

2001

Beginn der Generalsanierung des Zentralkomplexes in Weiskirchen

2002

Übernahme der Betriebsträgerschaft für die bisherige Lebenshilfe Weierweiler – jetzt Hilfezentrum Weierweiler. Dies hat zur Folge, dass dem Aufgabengebiet der Jugendhilfe drei Felder aus dem Bereich der Behindertenhilfe angegliedert werden:

  • Tagesförderstätte (TAF) für schwerst- und mehrfach behinderteErwachsene
  • Sonderkindergarten für behinderte und entwicklungsverzögerte Kinder
  • Frühförderung für Säuglinge u. Kleinkinder bis zum Eintritt ins Schulalter 

Dieser Wechsel bedingt die Integration von 28 neuen Mitarbeitern in die bestehende Dienstgemeinschaft von St. Maria.

Eröffnung des Betreuungsangebotes „Freiwillige Ganztagsschule“ an der Grundschule Weiskirchen-Konfeld.

2003

Betreuungsangebot „Freiwillige Ganztagsschule“ an der Erweiterten Realschule Wadern. (2. Standort)

Vollendung der Außenfassade und Neugestaltung der Außenanlagen als letzte Teile der Generalsanierung

2004

40-Jahr-Feier der Einrichtung. Sie spiegelt die große Akzeptanz des Hauses in der Gemeinde und dem Umfeld wider.

Betreuungsangebot „Freiwillige Ganztagsschule“ an der Erweiterten Realschule Weiskirchen. (3. Standort)

2005

Vorzeitiger Kauf der Immobilie der früheren Lebenshilfe Weierweiler nach der positiven Beurteilung der dreijährigen Betriebsträgerschaft.

Die Verschmelzung der beiden Einrichtungen findet damit formal ihren Abschluss.

2006

Platzzahlerhöhung in der TAF von 13 auf 18. Ein Anbau schafft die nötigen räumlichen Voraussetzungen zur Betreuung und Förderung der zusätzlichen Personen. Die Bemühungen zur Genehmigung des Neubaus eines Wohnheims für behinderte Menschen scheitern zunächst an der Ablehnung des Sozialministeriums. Aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte.

Neues Hilfsangebot im ambulanten Bereich: Anti-Gewalt-Training an Schulen.

2007

Aufbau einer ambulanten Behindertenhilfe für die Hochwaldregion als Abrundung unserer Angebotspalette im Bereich der Hilfen für Menschen mit Behinderung. 

Zudem: Einbindung in die Planung und Konzeptionsentwicklung des Landkreises Merzig-Wadern zur Neuausrichtung der Jugendhilfe in Richtung „Sozialraumorientierung“. 

Neubaumaßnahmen der Schulträger an den drei Standorten der Freiwilligen Ganztagsschulen. Dies führt zu einer deutlichen Verbesserung der räumlichen und sachlichen Ausstattung dieses Angebots und damit einhergehend zur Attraktivitätssteigerung. Dies bewirkt eine verstärkte Nachfrage und führt zur Eröffnung weiterer Gruppen an allen Standorten zum Ende des Schuljahres.

Schließung des Angebots „Soziale Gruppenarbeit“. Es zeichnet sich ab, dass dieses Angebot im Rahmen der geplanten Sozialraumorientierung nicht mehr vorgesehen ist.

2008

Start der Modellphase der Sozialraumorientierung in den zwei Kommunen Beckingen und Losheim am See. Die Jugendhilfe St. Maria ist Schwerpunktträger im Sozialraum Losheim, in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Netzwerk der AWO. Dieser Einstieg hat den Abbau von Tagesgruppen-Plätzen zur Folge. Durch den Wegfall der Einzugsbereiche Losheim und Beckingen bleiben nur noch zwei Tagesgruppen bestehen.

Beginn der landesweiten Umstrukturierung der Frühförderung mit dem Ziel der Errichtung sog. Frühförderzentren.

Die Grundschule Wadern-Nunkirchen wird 4. Standort des Angebots „Freiwillige Ganztagsschule“.

Die Bandbreite der erzieherischen Hilfen wird um das Projekt „Mutter-Kind-Clearing“ erweitert. Vor dem Hintergrund des § 8a SGB VIII ist dieses Angebot eine so genannte intensive Maßnahme, um das Kindeswohl von Neugeborenen und Kleinkindern sicherzustellen.

2009

Kauf des alten, seit vielen Jahren leerstehenden Bahnhofs in Wadern-Dagstuhl. Es liegen bei uns Pläne zum Umbau zwecks Schaffung von Krippenplätzen für die Stadt Wadern vor. Die Arbeiten beginnen zügig, stellen uns aber immer wieder vor architektonische und organisatorische Herausforderungen.

Der Kreistag beschließt die vorgezogene flächendeckende Umstrukturierung der Jugendhilfe ab 2010. In schwierigen Verhandlungen mit dem Landkreis und konkurrierenden Trägern gelingt es uns, die Position als stärkster Träger im Kreis zu behaupten. Wir werden für die nächsten 6 Jahre als Schwerpunktträger in 5 von 7 Kommunen des Kreises mit der Verantwortung für die teilstationäre und ambulante Jugendhilfe betraut.

Zukunftsweisende Entscheidungen fallen auch im Vorschulbereich: Wir erhalten die Genehmigung zur Schaffung von insgesamt 40 neuen Krippenplätzen, 10 davon bereits in diesem Jahr in Weiskirchen, 30 weitere Plätze im Jahr 2011 in der Stadt Wadern.

Ein zusätzliches neues Angebot durch uns: Integrationshelfer an Schulen. Es handelt sich dabei um eine Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder nach § 35a SGB VIII. Ziel ist es, die Kinder mit gezielter Begleitung und Unterstützung in die „normale“ Klasse und Schule zu integrieren und die Verlegung in eine Förderschule zu vermeiden.

2010

Umsetzung der Sozialraumorientierung im gesamten Landkreis Merzig-Wadern. Die Aufgabe der Jugendhilfe St. Maria ist der Aufbau zweier neuer Familienzentren in Wadern (Kooperationspartner SPNZ der AWO) und in Mettlach-Orscholz (Kooperationspartner Lebenshilfe St. Wendel).

Schließung der Tagesgruppen. Alle früheren Mitarbeiter dieses Bereiches arbeiten künftig in den neuen Sozialraumteams. Es gilt Abschied zu nehmen von dem in 25 Jahren bewährten Angebot der Tagesgruppe und der bisherigen Struktur im ambulanten Bereich. Stattdessen Aufbau von Sozialraumteams und  flexiblen Gruppenangeboten in den Familienzentren.

Beginn der Umbaumaßnahmen am Bahnhof Dagstuhl zu einer Kinderkrippe sowie am Nebengebäude zum künftigen Familienzentrum (Investitionen von rd. 2 Mio. €).

2011

Neues Jahrzehnt:

Wechsel in der Leitung und Rückzug der Schwestern

Das Jahr 2011 ist insofern von historischer Bedeutung, da zum 30.06. der Konvent der Kreuzschwestern in Weiskirchen aufgelöst wird und sich die Schwestern nach über 80 Jahren ihres Wirkens aus der Hochwaldregion verabschieden und ins Mutterhaus nach Bingen zurückkehren.

Der Abschied der Schwestern geht einher mit dem seit längerem geplanten Wechsel in der Einrichtungsleitung. Auf den langjährigen Leiter, Herrn Saar, folgt eine neue Doppelspitze mit Frau Hildegard Kuhn-Lawinger und Herrn Wolfgang Maring.

Eröffnung der ersten Gruppe der neuen Kinderkrippe für die Stadt Wadern im früheren Bahnhof Dagstuhl.

2012

Höhepunkt des Jahres ist der Abschluss der Umbaumaßnahmen am früheren Bahnhof Dagstuhl und die offizielle feierliche Einweihung und Eröffnung der Kinderkrippe und des Familienzentrums Anfang Mai. Nach der Eröffnung der Kinderkrippe in Wadern steigt die Nachfrage. Dies führt dazu, dass bereits im Herbst die zweite Gruppe eröffnet werden kann.

Verstärkte Nachfrage im Bereich des Eltern-Kind-Clearings, wodurch sich dieser Bereich zu einem neuen Schwerpunkt entwickelt. Ein Teil des zwischenzeitlich leer stehenden früheren Schwesterntrakts wird dafür umgebaut.

Aufgrund einer Vereinbarung mit dem Sozialministerium wird das Angebot „Integrationshelfer an Schulen“, das bislang seelisch behinderten Kindern vorbehalten war, auch auf körperlich oder geistig behinderte Kinder ausgeweitet.

2013

Kauf der ehemaligen städtischen Kindertagestätte in Wadern-Löstertal mit dem Ziel, dort eine sog. Intensivgruppe für jüngere Kinder zu etablieren. Beginn der Umbaumaßnahmen durch viel Eigenleistung.

Es gelingt ein weiterer zukunftsweisender Schritt von erheblicher strategischer Bedeutung: die Jugendhilfe St. Maria wird vom Landkreis Trier-Saarburg als Schwerpunktträger im künftigen Sozialraum Hermeskeil auserkoren.

In fachlicher Hinsicht gibt es auch zwei „Highlights“ zu vermelden: im Rahmen des Trierer Qualitätsmanagements (TRI QM)  bestehen sowohl die Kita/Kinderkrippe in Weiskirchen als auch die Krippe in Wadern in überzeugender Weise das externe Audit durch das Bistum.

2014

Start der Sozialraumorientierung in Hermeskeil mit der Johanniter Unfallhilfe Trier als Kooperationspartner. Aufbau eines Sozialraumzentrums in der Stadtmitte von Hermeskeil.

Höhepunkt des Jahres sind die Feierlichkeiten zum 50jährigen Bestehen der Einrichtung in Weiskirchen bzw. zum 75jährigen, wenn man die Ursprünge in Konfeld  mit einrechnet. Die Festveranstaltungen im Juni und September finden sehr großen Zuspruch der Fachöffentlichkeit und der Bevölkerung und unterstreichen die vorbildliche Integration der Einrichtung in die Gemeinde.

2015

Die Flüchtlingsproblematik ist das allseits beherrschende Thema in Deutschland in diesem Jahr. Im Zuge des ungebremsten Zuzugs unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge eröffnen wir auf Bitten des Jugendamts Saarlouis für diese Jugendlichen in Dillingen 2 Gruppen in Kooperation mit der KEB Dillingen sowie eigenverantwortlich eine dritte Gruppe im Haupthaus in Weiskirchen.

Nach über einjährigen Umbauarbeiten wird die seit längerem geplante Kleinkindgruppe „Bärenhöhle“ mit angegliederter Eltern-Trainings-Wohneinheit in Wadern-Löstertal am 1. Dezember eröffnet.

Auch der ins Auge gefasste Neubau der TAF in Weiskirchen nimmt konkrete Züge an: Der offizielle Genehmigungsbescheid des Sozialministeriums geht bei uns ein.

Mit dem Landkreis Merzig-Wadern gelingt der Abschluss eines unbefristeten neuen Vertrages im Rahmen der Sozialraumorientierung, unter Festschreibung der bestehenden Personalstellen sowie der regionalen Zuständigkeiten. Dies gibt der Einrichtung Planungssicherheit und den bislang befristet eingestellten Mitarbeitern berufliche Zukunft.

2016

Wolfgang Maring übernimmt neben seiner Tätigkeit als Leiter der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria auch die Geschäftsführung der St. Hildegardishaus gGmbH.

2017

Endlich hat das Sozialministerium den Neubau und die Erweiterung der Tagesförderstätte nach harten Verhandlungen bewilligt. Am Standort Weiskirchen – direkt neben dem Haupthaus – entsteht ein nach modernsten und innovativen Erkenntnissen geplantes neues Funktionsgebäude. Die Stiftung für Menschen mit Behinderung in den Hochwaldgemeinden unter Vorsitz von Bürgermeister a. D. Bernd Theobald fördert den Bau eines Therapieschwimmbeckens, das die Attraktivität des Neubaus weiter erhöht. Die Saarbrücker Zeitung schreibt am 6. März 2017:

Beginn der Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen in der Kita und Krippe Regenbogen in Weiskirchen. Ziel ist die Schaffung eines Inklusiven Elementarzentrums mit 56 Plätzen, wo in vier Gruppen à 14 Kindern Krippenkinder, so genannte Regelkinder und Kinder mit Integrationsbedarf gemeinsam betreut werden.

2018

Umzug der Kita und Krippe Regenbogen ins so genannte Haus Finkler als Übergangsheimat.

Eröffnung und Einsegnung der TAF durch Weihbischof Brahm, sonntags wird mit einem Volksfest die Eröffnung auch öffentlichkeitswirksam gefeiert: Viele Bürgerinnen und Bürger aus Weiskirchen und den umliegenden Dörfern kommen voll Interesse zu uns. Die enge Verbundenheit mit der Gemeinde erhält eine neue Bestätigung.

Zum 1. Juli übernimmt Jürgen Bolldorf die Leitung der Einrichtung. Damit wird die so genannte Doppelspitze mit Hildegard Kuhn-Lawinger fortgeführt.

2019

Im April eröffnen wir in Hermeskeil mit einer Dependance der Eltern-Kind-Maßnahmen einen weiteren Standort.

In Rappweiler-Zwalbach wird die Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung „Tom-Sawyer-Schule der Kreuzschwestern“ in privater Trägerschaft der St. Hildegardishaus gGmbH durch die Kinder- und Jugendhilfe St. Maria eröffnet. Das Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes genehmigte die Schule zum 24. Juni 2019, zum Start des Schuljahres 2019/20 konnten wir bereits das ehemalige Grundschulgebäude in Rappweiler beziehen. Die Saarbrücker Zeitung schrieb zur Eröffnung:

Der Träger gab gleichzeitig die Zustimmung zum Aufbau einer intensivpädagogischen Wohngruppe, die später den Namen „Kompass“ erhielt.

Eröffnung der ersten Gruppe im neuen Inklusiven Elementarzentrum, es folgen in kurzen Abständen weitere. Schließung des Sonderkindergartens in Weierweiler, Umzug der Frühförderung nach Weiskirchen und Verkauf aller Immobilien am Standort Weierweiler.

In Wadern-Dagstuhl eröffnen wir im Oktober die Kita Lummerland-Inselentdecker in Kooperation mit der Stadt Wadern im ehemaligen Betriebshofgebäude. 40 Kinder werden dort betreut.

2020

Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie „ausgerechnet“ genau 100 Jahre nach dem Umzug der Kreuzschwestern auf den Rochusberg. Hielt 1920 die spanische Grippe die Welt „in Atem“, fielen auch die geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100. Jubiläum aufgrund der Eindämmungsmaßnahmen aus. Welche Ironie der Geschichte.

Eröffnung der intensivpädagogischen Wohngruppe in Nunkirchen. Zudem eröffnen wir in dem ehemaligen Ärztehaus auch eine eigene logopädische Praxis: ein weiteres Angebot der Kinder- und Jugendhilfe wird eröffnet.

Ein Jahr nach Eröffnung der Förderschule kommen wir an erste Kapazitätsgrenzen: Die erreichte Schülerzahl von 24 (Maximum) führt zur kompletten Anmietung des ehemaligen Grundschulgebäudes.

2021

Die Erweiterungsbaumaßnahmen am Standort Krippe Dagstuhl beginnen. Es entstehen 50 neue Kitaplätze, die somit am Standort Dagstuhl ein Betreuungsangebot für Kinder von 0 Jahren bis zur Einschulung ermöglichen werden.

Fortsetzung folgt

Aufgrund der geschilderten Entwicklung und kontinuierlichen Erweiterung verfügt die Kinder- und Jugendhilfe St. Maria z. Z. über folgendes Leistungsangebot:         => Anlage: Schaubild

 

 

 

 

 

 

 

Die vollständige Entwicklung unseres Hauses können Sie hier nachlesen.

Verbund Sozialpädagogischer Hilfen • Trierer Straße 19 • 66709 Weiskirchen